Die langen Güterzüge begleiten uns nun schon so lange durch die Rockies, dass sie nun einen eigenen Beitrag bekommen. An vielen unserer Campingplätze rauschen sie tags und nachts vorbei, und auch viele der kleinen Dörfer und Städte haben prominente Bahnlinien. Schon beeindruckend wie die Menschen hier das aushalten, denn die Züge sind unendlich lang (wir haben ein paarmal bei 150 und mehr Waggons aufgehört zu zählen) und laut und an Bahnübergängen steht man ewig. (Gruß hier an die Delmenhorster, ich werde mich nie wieder am Bahnübergang Heidkrug beschweren!). Am Kicking Horse Pass wartet dann eine interessante Konstruktion auf uns. Unser Campingplatz liegt direkt am Spiraltunnel. Hier war die Steigung der Bahnlinie so extrem, dass die langen Züge nicht sicher den Berg rauf und vor allem runter gebracht werden konnten. So bauten die Kanadier einen Spiraltunnel, der Zug fährt seit 1909 hier nun eine Acht und verteilt damit die Steigung auf eine längere Strecke und reduziert sie so. Der Tunnel wurde von über 2000 Arbeitern mühsam gebaut (in 10-Stunden-Schichten für 2.25 Dollar am Tag) und diese Arbeiter hatten ihr Camp dort, wo wir nun auch unseren Camper abstellen, unser Essen kochen und unser Feuer machen. Am unteren Aussichtspunkt haben wir leider kein Glück, es kommt gerade kein Zug vorbei. Am Abend am Feuer hören wir die Züge deutlich, mit dem Camper können wir allerdings nicht mal eben zum Aussichtspunkt. Am Morgen haben wir dann mehr Glück und sehen einen Zug am oberen Tunnel reinfahren und rausfahren, also beides gleichzeitig.

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